Großer Preis der Bankimmobilien am Samstag, den 12. April 2008
Renntag in Halle: Eduardo Pedroza in der Erfolgsspur
Jockey Nummer 1 kann sich jetzt die Ritte aussuchen

Halle
(MSPW). Wenn der Spruch "ohne Fleiß kein Preis" auf einen zutrifft, dann
auf ihn: Eduardo Pedroza (33), Erfolgsjockey mit inzwischen mehr als 600 Siegen,
im Jahr 2007 der beste Jockey, der in Deutschland arbeitet. Sein Chef Andreas
Wöhler aus Ravensberg ist höchst zufrieden: "Es läuft gut mit
Eduardo." Und Wöhler bessert nach: "Es läuft sogar ganz prima." Nicht
zuletzt deswegen schickt einer der erfolgreichsten deutschen Trainer seinen
besten, aus Panama stammenden Jockey, auch am Samstag 12. April, zum Saison-Eröffnungsrenntag
auf die Galopprennbahn nach Halle.
Dort geht es in acht Rennen um fast 37.000 Euro an Rennpreisen. Wer Andreas
Wöhler und Eduardo Pedroza kennt, der weiß: Dieses Erfolgs-Duo reist
fast immer mit chancenreichen Pferden an.
Eigentlich hatte Pedroza, der einer kinderreichen Familie aus Panama entstammt,
vor einigen Jahren "nur für ein paar Wochen" nach Deutschland kommen wollen.
Seine Eltern waren bei Freunden eingeladen worden. "Ich bin dann hier hängengeblieben",
erinnert sich Eduardo Pedroza. Aus der kurzen Stippvisite sind inzwischen viele
Jahre geworden.
Er fing ganz klein an, als vierter Mann bei Wöhler, damals noch in Bremen
und ganz weit entfernt von seinem deutschen Jockey-Championat, das er 2007 errang.
Pedroza besuchte in Panama eine Jockey-Schule. Einer seiner Brüder und
ein Cousin hatten dort schon gelernt. Er sah aber für sich keine erfolgreiche
Zukunft, "weil der Rennsport in meiner Heimat, in der es nur eine einzige Rennbahn
gibt und wo die Rennpreise sehr niedrig sind, keine große Rolle spielt".
Die Chancen, die er in Deutschland bekam, nutzte er. Mehr und mehr. Pedroza
brachte Talent mit, war enorm strebsam, sah gut aus, konnte Siege vorweisen.
Bei Frauen hatte er schon immer "einen Schlag", war überall beliebt.
Inzwischen ist er auf vielen Rennbahnen in der ganzen Welt zuhause: Hongkong,
Dubai, Singapur, Mailand, Hamburg oder Halle. "Wo Pferderennen sind, da bin
ich zur Stelle", sagt er.

Von der Nummer vier ist er zur Nummer eins bei Wöhler aufgestiegen, trat
damit in die Fußstapfen eines Klasse-Jockeys wie des damaligen Wöhler-Stalljockeys
Andreas Suborics, mit dem er die Leidenschaft für Rennpferde und Fußball
teilt.
In die Schlagzeilen geriet Pedroza vor allem mit dem Hengst Paolini aus dem
Besitz der ehemaligen Springreiterin Carde Ostermann-Richter (Dortmund). In
Dubai setzte er sich in einem "Formel 1"-Rennen gegen die gesamte Weltelite
durch. Es ging um 620.000 Dollar. Und davon flossen zehn Prozent in die Taschen
von Pedroza, der privat mit Marketa Cernozka, einer Stallangestellten von Andreas
Wöhler, gut befreundet ist.
Für Aufsehen sorgte er vor einigen Jahren mit seinem berühmt gewordenen
"Brillen-Ritt" auf der Bahn in Köln-Weidenpesch. Im Mehl-Mülhens-Rennen
unterstützte er, nachdem er die Peitsche verloren hatte, Recadero mit seiner
Reit-Brille und finishte sie auf Rang drei! Die Brille hängt noch in seinem
Schrank - eine bleibende Erinnerung.
"Selbst für nur einen Ritt ist ihm kein Weg zu weit", sagt Peter Brauer,
Pressesprecher des Galopper-Direktoriums in Köln. Pedrozas Zuverlässigkeit
hat sich herumgesprochen. Und deswegen wird er auch gerne regelmäßig
von Trainern in den neuen Ländern gebucht, von Michael Sowa beispielsweise
oder auch von Angelika Glodde und Martin Rölke. Sein heimlicher Titel:
"Ost-König".
Inzwischen ist er so gefragt, dass er sich die Ritte aussuchen kann, wenn er
nicht schon für seinen Chef Andreas Wöhler im Einsatz ist. Trainer
und Besitzer wissen längst: Wer Pedroza bucht, der darf auf Erfolg hoffen.
Wie hält er sein Gewicht, um bis zu 55 Kilo reiten zu können? "Montag
ist mein Ruhetag, Dienstag spiele ich am Nachmittag Fußball, mittwochs
gehe ich laufen. Und am Tag vor den Rennen gehe ich in die Sauna", verriet er
kürzlich in einem Interview auch mal Privates.